Führung entwickeln
Ein Führungsprogramm braucht mehr als eine Seminarfolge.
Ein Konzept zur Führungskräfteentwicklung verbindet die Aufgaben der Führungsrolle mit Lernbausteinen, Praxis und Rückmeldung. Für HR, Geschäftsführung und Teamleitungen: die Bausteine, ihre Reihenfolge und ein Canvas zur Planung.
Fachredaktion OneCampus Group · Stand der Informationen: 5. Oktober 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Ein Konzept zur Führungskräfteentwicklung braucht fünf Bausteine: die Aufgaben der Führungsrolle als Ausgangspunkt, eine klare Zielgruppe mit ihrer Vorerfahrung, Lernbausteine mit Praxisaufgaben, Feedback und Begleitung sowie Erfolgskriterien mit einem festen Prüftermin. Die Aufgaben der Rolle bestimmen die Inhalte, die Vorerfahrung bestimmt die Einstiegshöhe, und die Praxis im Alltag macht das Gelernte nutzbar. Ein Canvas ordnet die Bausteine nach Aufgaben und hält Praxisaufgabe und Rückmeldung für jede fest.
Führungsaufgaben als Ausgangspunkt
Beginnen Sie mit der Rolle. Welche Aufgaben übernimmt die Führungskraft in Ihrem Unternehmen: Ziele im Team abstimmen, Arbeit verteilen, Gespräche führen, Entscheidungen treffen, Zusammenarbeit zwischen Bereichen gestalten? Aus dieser Liste ergeben sich die Inhalte des Programms.
Halten Sie die Aufgaben schriftlich fest und ordnen Sie jeder ein beobachtbares Verhalten zu. „Führt ein Feedbackgespräch und vereinbart den nächsten Schritt“ lässt sich üben und später in der Praxis erkennen; „hat Führungsstärke“ nicht.
Zielgruppen und Vorerfahrung
Führungskräfte starten von unterschiedlichen Punkten. Wer gerade in die Rolle wechselt, braucht Orientierung und Handwerk. Wer seit Jahren führt, braucht Impulse für neue Anforderungen und Austausch mit anderen Führungskräften. Bilden Sie deshalb Gruppen nach Vorerfahrung und Aufgabe, nicht nach Hierarchiestufe allein.
Klären Sie vor dem Start, was jede Person schon mitbringt: Führungserfahrung, frühere Fortbildungen, Projekterfahrung. So lässt sich die Einstiegshöhe pro Gruppe festlegen, und niemand wiederholt Bekanntes.
Lernbausteine und Praxisaufgaben kombinieren
Ein Führungsprogramm verbindet mehrere Formen: Trainings für Handwerkszeug, Coaching für die persönliche Situation, Mentoring durch erfahrene Führungskräfte und kollegiale Beratung in der Gruppe. Jeder Baustein bekommt eine Praxisaufgabe aus dem Alltag, die vorher vereinbart und danach ausgewertet wird.
Das folgende Canvas ordnet Beispielmodule nach Aufgaben. Es dient als Planungsvorlage: Tragen Sie die Aufgaben Ihrer Führungsrollen ein und wählen Sie je Aufgabe Baustein, Praxisaufgabe und Nachweis.
Programm-Canvas: Beispielmodule nach Aufgaben
| Führungsaufgabe | Lernbaustein | Praxisaufgabe | Rückmeldung |
|---|---|---|---|
| Ziele im Team abstimmen | Training: Zielvereinbarung | Zielgespräch mit dem Team vorbereiten und führen | Kollegiale Beratung in der Gruppe |
| Arbeit verteilen und priorisieren | Training: Delegation | Aufgabenverteilung für einen Monat planen | Gespräch mit der nächsthöheren Führungskraft |
| Feedbackgespräche führen | Training mit Übungsgesprächen | Zwei Gespräche im Alltag führen | Coaching zur eigenen Gesprächsführung |
| Entscheidungen begründen | Fallarbeit in der Gruppe | Eine Entscheidung dem Team erläutern | Rückmeldung des Teams |
| Zusammenarbeit zwischen Bereichen gestalten | Mentoring durch eine erfahrene Führungskraft | Eine bereichsübergreifende Abstimmung leiten | Mentoring-Gespräch |
Feedback und Begleitung
Rückmeldung macht aus einer Übung eine Lernerfahrung. Planen Sie sie fest ein: durch Coaching, durch Gespräche mit der eigenen Führungskraft und durch den Austausch in der Gruppe. Auch das Team kann Rückmeldung geben, wenn Sie dafür einen geschützten Rahmen schaffen.
Begleitung heißt zugleich, Zeit freizugeben. Legen Sie im Konzept fest, wie viel Arbeitszeit für Lernbausteine und Praxisaufgaben zur Verfügung steht, und sprechen Sie das mit den Vorgesetzten der Teilnehmenden ab.
Erfolgskriterien und Fortschreibung
Legen Sie vor dem Start fest, woran Sie den Fortschritt erkennen: beobachtbare Verhaltensweisen aus der Aufgabenliste, Rückmeldungen aus dem Team, Ergebnisse der Praxisaufgaben. Wie sich Lern-, Transfer- und Geschäftsergebnisse unterscheiden und messen lassen, beschreibt der Beitrag zur Erfolgsmessung von Weiterbildung.
Nach dem ersten Durchlauf wird das Konzept überprüft: Passen die Aufgaben noch, stimmt die Einstiegshöhe, reicht die Zeit? Tragen Sie einen festen Termin dafür ein, damit das Konzept mit dem Unternehmen mitwächst.
Häufige Fragen
Einsteiger übernehmen zum ersten Mal Verantwortung für Menschen und Ergebnisse. Für sie stehen Rolle, Gespräche, Delegation und Priorisierung im Mittelpunkt. Erfahrene Führungskräfte bringen Routinen mit und brauchen Raum für Reflexion, neue Anforderungen und den Austausch mit Gleichgestellten. Das Konzept legt deshalb je Zielgruppe eigene Einstiegshöhe und Schwerpunkte fest.
Gut geeignet sind Aufgaben, die in den Führungsalltag gehören: ein Teamgespräch vorbereiten und führen, eine Zielvereinbarung abstimmen, eine Entscheidung begründen und im Team vorstellen. Die Aufgabe wird vor dem Lernbaustein vereinbart und danach gemeinsam ausgewertet.
Das hängt von Zielgruppe, Zielbild und Zeitbudget ab. Ein Programm für den Rollenwechsel lässt sich über mehrere Monate neben dem Tagesgeschäft planen, damit zwischen den Bausteinen Zeit für die Praxis bleibt. Legen Sie den Zeitrahmen im Konzept fest und prüfen Sie ihn nach dem ersten Durchlauf.
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KOFA – Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung
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https://www.kofa.de/personalarbeit/personalfuehrung/mitarbeiter-foerdern/fuehrungskraefte-entwickeln-bereitschaft-zur-fuehrung-staerken/KOFA – Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung
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https://www.kofa.de/personalarbeit/personalfuehrung/mitarbeiterfuehrung/
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