Nachfolge, Schichtlücken und neue Aufgaben
Welche Kompetenzen sind vorhanden – und welche werden gebraucht?
Eine Schicht bleibt unbesetzt, eine Teamleitung geht in Rente, eine Anlage bekommt neue Software: In solchen Momenten müssen Sie wissen, wer die Aufgabe heute übernimmt, wer sie nach einer Qualifizierung übernimmt und welcher Bildungsweg dorthin führt.
Fachredaktion OneCampus Group · Stand der Informationen: 2. August 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Sie ordnen jeder Rolle die Kompetenzen und Niveaus zu, die der Betrieb dort braucht, halten den heutigen Stand dagegen und hinterlegen für die wichtigen Lücken einen Bildungsweg. Nehmen Sie nur Daten auf, die Sie für Einsatz, Entwicklung oder Nachweis brauchen: Jede zusätzliche Spalte kostet Pflege und wirft Datenschutzfragen auf. Legen Sie vor dem Start fest, wer eine Zeile verantwortet, in welchem Rhythmus Sie sie prüfen und wer sie sehen darf. So trägt die Matrix Ihre Einsatz- und Entwicklungsentscheidungen auch im dritten Jahr.
Rollen und Anforderungen festlegen
Beginnen Sie mit den Rollen und Aufgabenprofilen, die Ihr Betrieb dauerhaft braucht, und ordnen Sie die Personen erst danach zu. So bleibt Ihre Matrix nutzbar, wenn Mitarbeitende den Bereich wechseln oder mehrere Personen dieselbe Rolle ausfüllen.
Die richtige Ebene erkennen Sie an der Entscheidung: Schneiden Sie eine Rolle so zu, dass Sie für alle Personen darin denselben Qualifizierungsweg wählen würden. Zu breite Zuschnitte erzeugen unscharfe Kompetenzlisten, zu feine machen Ihnen die Pflege schwer.
Kompetenzen und Niveaus beschreiben
Formulieren Sie jedes Kompetenzfeld als Handlung. „Digitalisierung“ sagt Ihnen nichts über den Einsatz; „ein System bedienen“, „Ergebnisse prüfen“ und „einen Prozess gestalten“ sagen Ihnen, wen Sie morgen auf welche Aufgabe setzen können.
Geben Sie jeder Niveaustufe einen Anker, den eine Führungskraft ohne Rückfrage anwendet: Grundverständnis, sichere Anwendung, selbstständige Lösung, Gestaltung oder fachliche Verantwortung. Drei bis fünf Stufen genügen Ihnen, um Einsatz und Entwicklung zu unterscheiden.
Vorhandene Qualifikationen erfassen
Den Iststand belegen Sie mit Zertifikaten, Arbeitsproben, Führungseinschätzungen, Selbstbewertungen oder Prüfungen. Halten Sie die Quelle in einer eigenen Spalte fest: Dann sieht jede Führungskraft, worauf eine Bewertung beruht, und begründet sie im Gespräch.
Klären Sie Zugriffsrechte, Zweck und Speicherfristen, bevor die erste Bewertung in der Tabelle steht, und stimmen Sie das mit Datenschutz und Mitbestimmung ab. Ihre Matrix beschreibt damit Aufgaben und Entwicklungsbedarf, keine Rangfolge von Personen.
Aus Lücken passende Lernwege ableiten
Sie bearbeiten zuerst die Lücken, die den Betrieb aufhalten: geschäftskritische Aufgaben, Tätigkeiten mit Sicherheits- oder Prüfpflicht und Kompetenzen, die jede Schicht braucht. Für jede dieser Lücken hinterlegen Sie einen Bildungsweg mit Termin und verantwortlicher Rolle.
In derselben Spalte stehen dann sehr verschiedene Wege nebeneinander: eine berufliche Weiterbildung, ein akademisches Zertifikat, ein berufsbegleitendes Studium, eine Praxisaufgabe im eigenen Betrieb oder ein Lernbaustein, den OneCampus für Ihre Aufgabe entwickelt.
Bewertung und Aktualisierung vereinbaren
Geben Sie jeder Rolle und jedem Kompetenzfeld eine fachlich verantwortliche Person aus dem Bereich. Ihre Personalabteilung führt das System; den fachlichen Stand halten die Bereiche selbst aktuell, weil dort die Aufgaben entstehen.
Einen Review lösen Sie aus, wenn sich eine Rolle ändert, eine neue Technologie in den Betrieb kommt oder eine Vorschrift greift; dazwischen prüfen Sie die Matrix in einem festen Rhythmus. Veraltete Einträge streichen Sie dabei, damit die Tabelle eine Auskunft bleibt.
- Rolle und Aufgabenprofil
- Kompetenz und Sollniveau
- Iststand und Evidenzquelle
- Priorität und Zieltermin
- Bildungsweg und Nachweis
- Owner und Reviewdatum
Ihre Matrix mit OneCampus aufbauen
Wir moderieren die Rollenworkshops, bauen die Matrixlogik mit Ihnen auf, ordnen jeder Lücke einen Bildungsweg zu und richten das Reporting ein. Die fachliche Bewertung treffen Ihre Bereichsverantwortlichen; die Struktur, die Moderation und den Bildungsweg bringen wir mit.
Weil zur OneCampus Group eigene Fernschulen und eine eigene Hochschule gehören, hinterlegen Sie beruflichen und akademischen Bedarf im selben Raster und haben dafür einen Ansprechpartner. Starten Sie mit einem Bereich als Pilot; daraus wächst später die Grundlage einer Corporate Academy.
Wofür eine Qualifikationsmatrix eingesetzt wird
| Rolle | Kompetenzfeld | Sollniveau | Istniveau | Nachweis | Bildungsweg | Priorität |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Teamleitung | Führung im Alltag | 3 | 1 | Beobachtung und Gespräch | Führungsprogramm | hoch |
| Fachkraft | Datenanalyse | 2 | 2 | Arbeitsprobe | kein Bedarf | — |
| Projektleitung | KI-Ergebnisprüfung | 3 | 1 | Fallaufgabe | KI-Vertiefung | hoch |
Gestaltungsregeln
Am Ende haben Sie ein Steuerungsinstrument: Sie sehen je Rolle, wer eine Aufgabe heute übernimmt, wer sie nach einer Qualifizierung übernimmt und welcher Bildungsweg dorthin führt. Über Menschen urteilt die Matrix dabei nicht; sie beschreibt Aufgaben, Nachweise und Entwicklungsschritte.
- Rollen und Aufgabenprofile als Ausgangspunkt verwenden
- wenige, verständliche Niveaustufen definieren
- Ist-Bewertung mit nachvollziehbaren Nachweisen verbinden
- Selbsteinschätzung nicht als alleinige Grundlage nutzen
- personenbezogene Daten auf den notwendigen Umfang begrenzen
- Aktualisierungsverantwortung und Reviewrhythmus festlegen
- Matrix mit Bildungswegen und Einsatzplanung verbinden
Häufige Fragen
Eine Schulungsmatrix listet Pflicht- oder absolvierte Schulungen. Eine Qualifizierungsmatrix verbindet Rollen, Kompetenzniveau und Entwicklungsbedarf.
Meist reichen drei bis fünf handlungsbezogene Stufen.
Nur Rollen mit einem klaren Zweck und geregelter Berechtigung. Datenschutz und Mitbestimmung sind zu beachten.
Nein. Für den Pilot kann eine kontrollierte Tabelle genügen. Das System folgt dem Prozess, nicht umgekehrt.
Quellen und redaktioneller Prüfstand
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Ereignisbasierte Aktualisierungsauslöser
bei Änderungen der zugrunde liegenden Rechtslage, Förderbedingungen, Standards oder institutionellen Voraussetzungen; ansonsten nach dem festgelegten Prüfzyklus.
KOFA – Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung
Mitarbeiter weiterbilden
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Weiterführend
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Kompetenzbedarf, passende Lernwege und ein umsetzbarer digitaler Bildungsbetrieb.
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Beschäftigte für schwer besetzbare Fachrollen aufbauen — mit den Menschen, die Ihren Betrieb schon kennen.
Nächster Schritt
Rollen, Kompetenzen und Bildungswege systematisch verbinden
Sie bekommen ein Raster, das zu Ihren Rollen passt, und für jede offene Lücke einen Bildungsweg mit Termin und verantwortlicher Rolle. Den Aufbau moderieren wir, die Bausteine liefern wir dazu.