Unterlagen für das Lernen
Aus Fachwissen werden Unterlagen, mit denen Menschen lernen.
Schulungsunterlagen führen eine Zielgruppe zu einem Lernziel. Der Beitrag zeigt, wie Sie Zielgruppe und Lernziel festlegen, den Inhalt ordnen, Beispiele und Aufgaben entwickeln, Gestaltung und Zugänglichkeit prüfen und die fachliche Prüfung organisieren.
Fachredaktion OneCampus Group · Stand der Informationen: 6. Oktober 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Gute Schulungsunterlagen entstehen, wenn Sie zuerst Zielgruppe und Lernziel festlegen, den Fachinhalt verständlich ordnen, Beispiele und Aufgaben entwickeln, Gestaltung und Zugänglichkeit prüfen und die fachliche Prüfung samt Aktualisierung organisieren. Die fachliche Verantwortung für den Inhalt tragen Menschen. Eine Abnahmecheckliste hilft, diese Punkte vor der Freigabe zu klären, und ein festes Prüfdatum sorgt dafür, dass Inhalte aktuell bleiben, wenn sich Abläufe oder Regeln ändern.
Zielgruppe und Lernziel festlegen
Beschreiben Sie, für wen die Unterlagen gedacht sind: welche Aufgabe die Lernenden haben, was sie schon wissen und was sie nach der Schulung können sollen. Formulieren Sie das Lernziel als Tätigkeit, die sich beobachten lässt: „Die Teilnehmenden prüfen eine Rechnung anhand der vier Prüfpunkte“.
Ein Lernziel pro Unterlage genügt für den Anfang. Mehrere Ziele in einem Dokument erschweren die Orientierung.
Fachinhalt verständlich strukturieren
Gehen Sie vom Lernziel aus und fragen Sie, welches Wissen die Lernenden dafür brauchen. Alles andere gehört in eine Zusatzinformation oder entfällt. Ordnen Sie den Inhalt in der Reihenfolge, in der die Aufgabe abläuft, und fassen Sie ähnliche Punkte zusammen.
Kurze Abschnitte mit aussagekräftigen Überschriften, ein Satz je Gedanke und Fachbegriffe, die beim ersten Auftreten erklärt werden, erleichtern das Lesen. Der Beitrag zu Lernmaterialien für unterschiedliche Niveaus zeigt, wie sich Inhalte für Gruppen mit verschiedenen Vorkenntnissen abstufen lassen.
Beispiele und Aufgaben entwickeln
Ein Beispiel zeigt, wie das Wissen in einer typischen Situation der Zielgruppe angewendet wird. Eine Aufgabe lässt die Lernenden es selbst tun. Wählen Sie Fälle aus dem Arbeitsfeld, damit die Verbindung zur Arbeit erkennbar ist.
Kennzeichnen Sie erfundene Beispiele als Muster. Personen, Firmen und Zahlen, die es nicht gibt, dürfen nicht als echte Fälle auftreten. Die Tabelle zeigt ein kurzes Muster in einer Fassung vor und einer nach der Überarbeitung, mit Kommentar.
| Vorher | Nachher | Kommentar |
|---|---|---|
| Überschrift: „Rechnungsprüfung“ | Überschrift: „Eine Rechnung in vier Schritten prüfen“ | Die Überschrift nennt die Tätigkeit und das Ergebnis. |
| Ein Absatz mit allen Regeln zur Rechnungsprüfung in einem Stück | Vier nummerierte Schritte, je ein Satz Erklärung und ein Beispiel | Die Reihenfolge entspricht dem Ablauf, jeder Schritt lässt sich einzeln üben. |
| Fachbegriff „Sachlich richtig“ ohne Erklärung | „Sachlich richtig heißt: Die Leistung wurde erbracht und entspricht der Bestellung.“ | Der Begriff wird beim ersten Auftreten erklärt. |
| Kein Übungsfall | Übung: Eine erfundene Beispielrechnung (Muster) anhand der vier Schritte prüfen | Die Lernenden wenden das Gelernte sofort an; das Beispiel ist als Muster gekennzeichnet. |
Gestaltung und Zugänglichkeit prüfen
Gestalten Sie Unterlagen so, dass sie gut lesbar sind: klare Schrift, ausreichender Kontrast, Überschriften als echte Überschriften, Bilder mit Textalternative und Tabellen mit Kopfzeile. Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) beschreiben diese Anforderungen für digitale Inhalte.
Prüfen Sie die Unterlagen auf dem Gerät, auf dem die Lernenden sie nutzen. Eine Fassung, die am Bildschirm gut aussieht, kann auf dem Telefon oder ausgedruckt schwer lesbar sein.
Fachprüfung und Aktualisierung organisieren
Legen Sie fest, wer die Unterlagen fachlich freigibt und wann sie das nächste Mal geprüft werden. Eine Unterlage ohne benannte Verantwortliche veraltet unbemerkt. Tragen Sie Prüfdatum und Verantwortliche in die Unterlage ein.
Die Abnahmecheckliste fasst die Punkte zusammen, die vor der Freigabe geklärt sein sollen. Ersetzen Sie die Beispielwerte durch Ihre Vorgaben.
| Prüfpunkt | Frage | Erledigt |
|---|---|---|
| Lernziel | Ist das Ziel als beobachtbare Tätigkeit formuliert? | |
| Zielgruppe | Passen Sprache und Vorwissen zur Gruppe? | |
| Inhalt | Hat eine Fachperson Richtigkeit und Aktualität bestätigt? | |
| Beispiele und Aufgaben | Stammen sie aus dem Arbeitsfeld, und sind erfundene Fälle als Muster gekennzeichnet? | |
| Zugänglichkeit | Sind Überschriften, Kontraste, Textalternativen und Tabellenköpfe vorhanden? | |
| Verantwortung | Stehen Verantwortliche und nächstes Prüfdatum in der Unterlage? |
Häufige Fragen
Schulungsunterlagen sind auf ein Lernziel und eine Zielgruppe zugeschnitten: Sie führen in sinnvoller Reihenfolge durch das Thema, enthalten Beispiele und Aufgaben und lassen Raum zum Anwenden. Eine Fachtextsammlung stellt Wissen vollständig dar, ohne den Lernweg zu ordnen.
Durch eine Person mit Fachwissen, die den Inhalt auf Richtigkeit und Aktualität liest, und durch Vertreter der Zielgruppe, die prüfen, ob sie die Unterlagen verstehen und anwenden können. Die Abnahmecheckliste unten hält die Punkte fest. Die fachliche Verantwortung bleibt bei Menschen.
Werkzeuge können Entwürfe unterstützen. Inhalt, Beispiele und Aufgaben müssen danach fachlich geprüft und verantwortet werden. Personen, Firmen oder Fälle in Beispielen dürfen nicht als echte Kundinnen oder Kunden dargestellt werden, wenn es sie nicht gibt; Muster werden als Muster gekennzeichnet.
Quellen und redaktioneller Prüfstand
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- Redaktion
- Fachredaktion OneCampus Group
- Nächster regulärer Review
Ereignisbasierte Aktualisierungsauslöser
bei Änderungen der zugrunde liegenden Rechtslage, Förderbedingungen, Standards oder institutionellen Voraussetzungen; ansonsten nach dem festgelegten Prüfzyklus.
W3C Web Accessibility Initiative
Web Content Accessibility Guidelines (WCAG)
https://www.w3.org/WAI/standards-guidelines/wcag/KOFA – Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung
Mitarbeiter weiterbilden
https://www.kofa.de/mitarbeiter-finden-und-binden/mitarbeiter-weiterbilden/
Der Beitrag dient der fachlichen Orientierung. Er ersetzt keine Rechts-, Förder-, Vergabe-, Steuer- oder Hochschulrechtsberatung.
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