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KI-Verordnung im Betrieb

KI-Kompetenz: Was für Ihren Betrieb erforderlich ist.

Seit dem 2. Februar 2025 gilt Artikel 4 der KI-Verordnung: Wer KI-Systeme anbietet oder betreibt, sorgt dafür, dass das beteiligte Personal über ausreichende KI-Kompetenz verfügt. Für Ihren Betrieb heißt das, Rollen und Einsatzkontext zu klären und passende Maßnahmen nachvollziehbar zu planen.

Fachredaktion OneCampus Group · Stand der Informationen: 5. Oktober 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

In einem Großraumbüro arbeiten mehrere Beschäftigte an ihren Schreibtischen mit einer KI-Anwendung am Bildschirm, jede Person an der eigenen Aufgabe.
Direkte Antwort

Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt von Anbietern und Betreibern von KI-Systemen Maßnahmen, damit ihr Personal und die in ihrem Auftrag tätigen Personen über ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz verfügen. Maßstab sind Kenntnisse, Erfahrung, Ausbildung und der Einsatzkontext. Ein bestimmter Kurs oder ein Zertifikat ist darin nicht genannt; entscheidend ist, dass Sie Ihre Maßnahmen an den Rollen ausrichten und belegen können.

Was Artikel 4 regelt

Die Vorschrift richtet sich an Anbieter und Betreiber von KI-Systemen. Betreiber ist, wer ein KI-System in eigener Verantwortung verwendet. Sie verlangt, nach besten Kräften sicherzustellen, dass das Personal und andere Personen, die in Ihrem Auftrag mit dem Betrieb und der Nutzung befasst sind, ausreichend KI-Kompetenz besitzen.

Die Verordnung beschreibt KI-Kompetenz als Fähigkeiten, Kenntnisse und Verständnis, KI-Systeme sachkundig einzusetzen und sich der Chancen, der Risiken und möglicher Schäden bewusst zu werden. Es geht damit um Urteilsfähigkeit im Umgang mit dem Werkzeug und nicht um das Bestehen einer bestimmten Prüfung.

Rollen und Einsatzkontext berücksichtigen

Die Verordnung nennt als Maßstab die technischen Kenntnisse, die Erfahrung, die Ausbildung und Schulung des Personals sowie den Kontext, in dem die Systeme eingesetzt werden, und die Personen, bei denen sie eingesetzt werden. Das führt zu einer Frage je Rolle: Was tut diese Person mit dem System, und was hängt von dem Ergebnis ab?

Wer Texte für die eigene Vorbereitung entwirft, arbeitet in einem anderen Kontext als wer ein Ergebnis in eine Entscheidung über Beschäftigte, Kundinnen oder Bewerber einfließen lässt. Halten Sie deshalb pro Rolle fest, welche Systeme sie nutzt, wohin die Ergebnisse gehen und wer sie prüft.

Geeignete Kompetenzmaßnahmen einordnen

Artikel 4 lässt offen, welche Maßnahme Sie wählen. Denkbar sind eine kurze Einführung für alle, die mit Werkzeugen arbeiten, Praxisaufgaben an eigenen Vorgängen, Vertiefungen für Rollen mit Prüf- oder Freigabeverantwortung und eine Einweisung in Ihre internen Regeln. Welche Kombination passt, ergibt sich aus der Rollenklärung, nicht aus einem Katalog.

Eine Schulung ist dabei ein Baustein unter mehreren. Auch Leitlinien, eine feste Ansprechperson und das Üben am eigenen Vorgang tragen zur Kompetenz bei. Die Maßnahme muss zur Rolle passen und von den Beteiligten tatsächlich genutzt werden können.

Maßnahmen nachvollziehbar dokumentieren

Die Verordnung schreibt kein Nachweisformat vor. Für Sie bleibt die Frage, womit Sie gegenüber Ihrer Geschäftsführung, einer Prüfstelle oder einem Auftraggeber zeigen, dass Sie Ihre Maßnahmen geplant und umgesetzt haben. Eine übersichtliche Ablage erleichtert das.

  • Welche Rollen mit KI-Systemen arbeiten und wofür
  • Welche Maßnahme für welche Rolle vorgesehen ist
  • Wann und für wen sie stattgefunden hat
  • Wer die Maßnahmen verantwortet und wann sie überprüft werden

Schulungsbedarf und fachliche Prüfung vorbereiten

Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme: Welche KI-Systeme sind im Einsatz, auch solche, die einzelne Teams selbst eingeführt haben? Danach ordnen Sie die Rollen zu und prüfen, wo Ihre vorhandenen Maßnahmen die Anforderung bereits abdecken.

Die rechtliche Einordnung Ihres Einzelfalls, zum Beispiel ob und in welcher Rolle Sie unter die Verordnung fallen, klären Sie mit Ihrer Rechts- oder Compliance-Stelle. OneCampus unterstützt Sie bei der Qualifizierung selbst: Wir übersetzen die geklärten Rollen in Lernwege, Praxisaufgaben und Nachweise für Ihre Organisation.

Fragen zur Einordnung Ihres Betriebs

Fragen zur Einordnung Ihres Betriebs
FrageWarum sie zähltWer sie beantwortet
Welche KI-Systeme nutzen wir?Ohne Bestandsaufnahme bleiben Rollen und Kontext unklar.IT, Fachbereiche
Welche Rolle arbeitet womit?Der Einsatzkontext bestimmt, wie tief die Kompetenz reichen muss.Fachbereichsleitung, HR
Wohin gehen die Ergebnisse?Entscheidungen über Personen verlangen eine sorgfältigere Prüfung.Fachbereichsleitung
Sind wir Anbieter oder Betreiber?Davon hängt die Einordnung der Pflicht ab.Rechts- oder Compliance-Stelle
Wie belegen wir unsere Maßnahmen?Die Verordnung nennt kein Format; Sie legen es fest.HR, Compliance
Fragen zur Einordnung Ihres Betriebs — horizontal scrollbar.

Häufige Fragen

Artikel 4 nennt weder ein Zertifikat noch einen bestimmten Kurs. Die Vorschrift verlangt Maßnahmen, die zu Ihrem Personal und Ihrem Einsatzkontext passen; wie Sie diese gestalten und belegen, entscheiden Sie.

Quellen und redaktioneller Prüfstand

Kategorie
Transformation und KI
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Weiterführend

Weiterführende Einordnungen

  • Seite

    Transformation gestalten

    Rollen und Kompetenzen für neue Systeme, KI und Prozesse planvoll entwickeln.

  • Beitrag

    KI-Schulung nach Rollen für Unternehmen

    Rollenbasierte KI-Qualifizierung für Mitarbeitende, Führungskräfte, Fachverantwortliche und Governance-Funktionen.

  • Beitrag

    KI-Kompetenzmatrix für Unternehmen erstellen

    Rollen, KI-Nutzung, Risiko und Kontrollverantwortung in einer Kompetenzmatrix abbilden und passende Lernwege ableiten.

Nächster Schritt

KI-Kompetenz an Ihren Rollen ausrichten

Bringen Sie die Rollen mit, in denen KI bei Ihnen bereits im Einsatz ist. Wir klären gemeinsam mit Ihnen, welche Maßnahmen dazu passen, und legen Ihnen einen nachvollziehbaren Weg für Qualifizierung und Dokumentation vor.

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