Lernwege für neue Aufgaben
Neue Aufgaben: weiterentwickeln oder neu qualifizieren?
Wenn sich Aufgaben im Betrieb verändern, stellt sich die Frage, ob Beschäftigte ihre Kompetenzen erweitern oder für eine neue Aufgabe neu qualifiziert werden. Upskilling und Reskilling unterscheiden sich im Abstand zwischen heutiger und künftiger Aufgabe; ein gemeinsames Raster macht die Entscheidung nachvollziehbar.
Fachredaktion OneCampus Group · Stand der Informationen: 5. Oktober 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Upskilling erweitert die Kompetenzen von Beschäftigten für ihre bisherige oder eine nah verwandte Aufgabe, Reskilling bereitet sie auf eine deutlich andere Aufgabe vor. Welcher Weg passt, ergibt sich aus dem Abstand zwischen der heutigen und der künftigen Aufgabe. Betriebe beschreiben dazu die künftige Aufgabe, gleichen sie mit den vorhandenen Kompetenzen ab und planen danach die Lernwege. Zwei Fallbeispiele zeigen das Raster an einer Aufgabe.
Upskilling und Reskilling verständlich erklärt
Beide Begriffe beschreiben Weiterbildung, die auf veränderte Aufgaben antwortet. Upskilling heißt, vorhandene Kompetenzen zu erweitern: Eine Sachbearbeiterin lernt, mit einem neuen System zu arbeiten, oder ein Techniker nimmt neue Prüfverfahren in seine Arbeit auf. Die Aufgabe bleibt im Kern gleich.
Reskilling heißt, Beschäftigte für eine andere Aufgabe zu qualifizieren, die andere Kompetenzen verlangt: Aus einer Aufgabe in der Dateneingabe wird etwa eine Aufgabe in der Datenauswertung. Der Betrieb nutzt dabei die Kenntnisse seiner Beschäftigten über Abläufe, Kundschaft und Produkte als Ausgangspunkt.
Wie sich Ausgangslage und Ziel unterscheiden
Der Unterschied liegt in Ausgangslage und Ziel. Beim Upskilling liegen heutige und künftige Aufgabe nah beieinander, die Person erweitert ihr Profil. Beim Reskilling liegen sie weiter auseinander, die Person baut ein neues Profil auf.
Die Tabelle stellt beide Wege nach denselben Kriterien nebeneinander. Sie vergleicht keine Qualität, sondern beschreibt, wann welcher Weg zur Aufgabe passt.
| Kriterium | Upskilling | Reskilling |
|---|---|---|
| Heutige und künftige Aufgabe | liegen nah beieinander | unterscheiden sich deutlich |
| Ausgangspunkt | vorhandenes Profil wird erweitert | vorhandene Kenntnisse bilden die Basis für ein neues Profil |
| Typische Lernwege | Einarbeitung, Schulung, Praxisaufgaben | Qualifizierungsprogramm mit Praxisphase und Begleitung |
| Planungsfrage | Welche Lücke schließen wir? | Welche Aufgabe übernimmt die Person künftig? |
| Begleitung | durch Führungskraft und Kolleginnen und Kollegen | zusätzlich durch Ansprechperson und Zwischenbesprechungen |
Aufgaben und Kompetenzen im Betrieb abgleichen
Beginnen Sie mit der künftigen Aufgabe und beschreiben Sie, was sie verlangt: Tätigkeiten, Werkzeuge, Verantwortung. Stellen Sie dem die vorhandenen Kompetenzen der Beschäftigten gegenüber. Aus dem Abgleich ergibt sich der Abstand und damit der Weg.
Das Raster hat drei Fragen: Was bleibt von der heutigen Aufgabe? Was kommt hinzu? Was fällt weg? Bleibt das meiste, ist es Upskilling. Kommt überwiegend Neues hinzu, ist es Reskilling.
Geeignete Lernwege planen
Zwei Fallbeispiele zeigen dasselbe Raster. Fallbeispiel 1: Ein Betrieb führt ein neues Planungssystem ein. Die Planerinnen behalten ihre Aufgabe, das Werkzeug ändert sich. Das Raster zeigt: Die Aufgabe bleibt, Neues kommt in einem Bereich hinzu. Der Weg ist Upskilling, etwa mit zwei Schulungseinheiten und einer Praxisaufgabe am eigenen Planungsfall.
Fallbeispiel 2: Ein Betrieb bündelt Routinearbeiten und braucht dafür weniger Dateneingabe und mehr Datenauswertung. Das Raster zeigt: Die Aufgabe ändert sich, überwiegend Neues kommt hinzu. Der Weg ist Reskilling, mit einem Qualifizierungsprogramm, einer begleiteten Praxisphase in der Auswertung und einer festen Ansprechperson.
Umsetzung und Begleitung organisieren
Legen Sie für jeden Weg fest, wer begleitet, wann Zwischenstände besprochen werden und woran Sie erkennen, dass die Person die neue Aufgabe übernehmen kann. Planen Sie Zeit im Arbeitsalltag ein, damit Lernen und Aufgabe zusammenpassen.
Fördermöglichkeiten für Qualifizierung hängen von Zielgruppe und Maßnahme ab. Prüfen Sie sie vor der Planung der Lernwege, damit sie in den Plan eingehen. Eine Übersicht bietet die Seite zu Förderung und Finanzierung.
Häufige Fragen
Upskilling erweitert die Kompetenzen, die Beschäftigte für ihre bisherige oder eine nah verwandte Aufgabe brauchen. Reskilling bereitet sie auf eine deutlich andere Aufgabe vor, für die sie neue Kompetenzen aufbauen. Der Unterschied liegt im Abstand zwischen heutiger und künftiger Aufgabe.
Der Betrieb beschreibt die künftige Aufgabe, gleicht sie mit den vorhandenen Kompetenzen ab und prüft, wie groß der Abstand ist. Bleibt die Aufgabe im Kern gleich, passt Upskilling. Verändert sie sich grundlegend, passt Reskilling. Beide Wege nutzen dieselben Schritte: Aufgaben und Kompetenzen abgleichen, Lernwege planen, Umsetzung begleiten.
Nein. Innerhalb eines Unternehmens können beide Wege nebeneinander laufen, je nach Aufgabe und Person. Das Raster hilft, die Entscheidung je Aufgabe nachvollziehbar zu treffen.
Quellen und redaktioneller Prüfstand
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KOFA – Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung
Qualifizierungsmaßnahmen für Personen ohne (passenden) Berufsabschluss
https://www.kofa.de/personalarbeit/weiterbildung/weiterbildungsarten/menschen-ohne-passenden-berufsabschluss/KOFA – Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung
Weiterbildungsbedarfe im Unternehmen ermitteln
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Nächster Schritt
Den passenden Lernweg für eine neue Aufgabe planen
Nennen Sie uns die Aufgabe, die sich in Ihrem Betrieb verändert. Wir gleichen sie mit Ihnen mit den vorhandenen Kompetenzen ab und planen Lernweg und Begleitung.