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OneCampus Group

Wenn ein Qualifizierungsvorhaben in die Vergabe geht

Die passende Weiterbildung beginnt mit einer klaren Leistungsbeschreibung.

Ein neues Fachverfahren kommt in den Betrieb, eine Dienstanweisung verlangt zusätzliche Nachweise, mehrere Standorte sollen denselben Stand erreichen: Sobald Sie daraus ein Vergabeverfahren machen, entscheidet Ihre Leistungsbeschreibung darüber, was die Angebote vergleichbar macht — Zielgruppe, Ergebnis, Umfang, Technik, Betreuung, Barrierefreiheit, Nachweise und Abnahme.

Fachredaktion OneCampus Group · Stand der Informationen: 2. August 2026 · Lesezeit: 8 Minuten

Eine Vergabereferentin ordnet am Bildschirm die gewichteten Kriterienblöcke einer Weiterbildungs-Ausschreibung, während zwei Fachleute per Video zugeschaltet sind.
Direkte Antwort

Beschreiben Sie zuerst, welche Aufgaben Ihre Beschäftigten nach der Qualifizierung sicher erledigen sollen, und leiten Sie daraus Zielgruppen, Kompetenzziele, Umfang, Lern- und Prüfungsformate, technische Anforderungen, Barrierefreiheit, Datenschutz, Rechte, Einführung, Betreuung, Servicelevel, Nachweise und Aktualisierung ab. Zu jeder Anforderung gehört ein Kriterium, an dem Sie die Erfüllung feststellen: „Untertitel für alle Videos“ prüfen Sie am Angebot, „hochwertige Inhalte“ bleibt eine Absichtserklärung. Die vergaberechtliche Ausgestaltung liegt bei Ihnen als öffentlichem Auftraggeber.

Aufgabe und Zielgruppe beschreiben

Stellen Sie an den Anfang die Aufgabe, die Ihre Organisation nach der Qualifizierung anders erledigt: eine Genehmigung, die eine Sachbearbeitung allein erteilt, eine Anlage, die eine Schicht ohne Begleitung fährt, eine Dokumentation, die die nächste Prüfung besteht. An diesem Zielbild richten Bieter ihr Konzept aus; auf eine reine Themenliste antworten sie mit Themen.

Nennen Sie dazu die betroffenen Rollen, die künftige Aufgabe je Rolle, die Zahl der Teilnehmenden je Standort, die Sprachen, die Vorkenntnisse und die Rahmenbedingungen Ihres Dienstbetriebs — Schichtpläne, Sitzungswochen, Saisonspitzen. Diese Angaben bestimmen Kohortenschnitt und Terminplan und gehören deshalb in die Leistungsbeschreibung.

Leistungsumfang und Lernziele festlegen

Legen Sie Position für Position fest, was Sie beauftragen: Bedarfsanalyse, didaktisches Konzept, Contentproduktion, technische Bereitstellung, Teilnehmermanagement, Durchführung, Support, Prüfung und Aktualisierung. Zu jeder Position gehören drei Angaben — welches Ergebnis Sie abnehmen, wer es verantwortet, woran Sie die Erfüllung messen.

„Full Service“ ist kein festgelegter Leistungsumfang. Schreiben Sie deshalb aus, welche dieser Positionen der Auftragnehmer übernimmt und welche in Ihrer Organisation bleiben — die Freigabe von Fachinhalten etwa, die Pflege der Stammdaten oder die Einladung der Teilnehmenden.

Qualitäts- und Eignungskriterien

Trennen Sie zwei Fragen: Wen lassen Sie zum Verfahren zu, und wie bewerten Sie das Angebot? Zur Eignung zählen Sie Referenzen, die Qualifikation des eingesetzten Teams, Kapazität und Qualitätsmanagement des Bieters. In die Wertung nehmen Sie das didaktische Konzept, die Einführung über Standorte und Zielgruppen, die Betreuung und die angebotenen Servicelevel.

Formulieren Sie jedes Kriterium so, dass zwei Personen unabhängig voneinander zur selben Bewertung kommen. „Modern“ und „innovativ“ bleiben Auslegungssache; „Untertitel, Transkript und Tastaturbedienung für jedes Modul“ prüfen Sie am Angebot und später an der Lieferung.

Technik, Datenschutz und Barrierefreiheit

Beschreiben Sie die Systemlandschaft, in die die Leistung hineingeht: vorhandene Lernplattform oder neue Umgebung, Schnittstellen zu Personal- und Verzeichnisdiensten, Ort des Hostings, Rollen und Zugriffe, Löschfristen, Protokollierung, Erreichbarkeit des Supports. Daraus ergibt sich, ob ein Bieter in Ihre Umgebung integriert oder eine eigene stellt — und wie er kalkuliert.

Barrierefreiheit gehört mit Standard, betroffenen Komponenten, Testverfahren und Nachweisform in die Leistungsbeschreibung; welcher Standard für Ihre Stelle gilt, benennen Sie darin ausdrücklich. Ihre Datenschutzanforderungen leiten Sie aus den tatsächlichen Datenflüssen ab: Wer sieht Lernstände, wer Prüfungsergebnisse, wie lange bleiben sie gespeichert?

Materialien, Betreuung und Betrieb abgrenzen

Eine Gesamtzahl von Teilnehmenden sagt noch nichts über die Last. Geben Sie Kohortengrößen, gleichzeitige Zugriffe, Startfenster im Jahresverlauf, erwartetes Supportaufkommen, Eskalationswege und das Vorgehen beim Ausfall einer Umgebung vor. Erst damit kann ein Bieter Personal und Technik planen, und Sie legen zwei Angebote nebeneinander.

Läuft das Programm über mehrere Jahre, gehören Versionierung der Inhalte, Aktualisierungsrhythmus und die Preislogik für Änderungen in die Unterlagen. Halten Sie fest, wer eine Änderung auslöst, in welcher Frist der Auftragnehmer sie umsetzt und wie er sie abrechnet.

Nachweise und Abnahme definieren

Legen Sie vor der Veröffentlichung fest, woran Sie abnehmen: technische Funktion, fachliche Qualität der Inhalte, Nachweis der Barrierefreiheit, Ergebnis eines Pilotdurchlaufs, Vollständigkeit der Nachweise. Abschlussquoten zeigen Ihnen die Teilnahme; was im Arbeitsalltag ankommt, sehen Sie an Arbeitsproben, Fachgesprächen oder der Fehlerquote im betroffenen Prozess.

Ein Pilot mit einer Kohorte oder eine vorgeschaltete Konzeptphase gibt Ihnen einen Prüfpunkt, bevor Sie den vollen Umfang abrufen. Beschreiben Sie dafür Leistungsumfang, Bewertung und den Übergang in den Regelbetrieb bereits in der Ausschreibung.

  • Zielbild und Zielgruppen
  • konkreter Leistungsumfang
  • Eignungs- und Zuschlagskriterien
  • Technik, Datenschutz und Barrierefreiheit
  • Roll-out, Support und Kapazität
  • Abnahme, Nachweise und Aktualisierung

Ihr Leistungsbild gemeinsam mit OneCampus

Bevor Sie ausschreiben, gehen Sie das fachliche Leistungsbild mit uns durch: Wir übersetzen Ihre Aufgabe in Kompetenzziele, ordnen berufliche Lehrgänge, akademische Zertifikate und eigens entwickelte Programme zu und benennen, welche Nachweise dazugehören. Die Bausteine kommen aus den eigenen Einrichtungen der Gruppe — einer Hochschule, ihrer akademischen Weiterbildung und zwei Fernschulen; für Ihr Vorhaben bleibt ein Ansprechpartner zuständig.

Zu Kapazität und Servicelevel nennen wir Zahlen, sobald der konkrete Auftrag vorliegt — dann gelten sie für Ihr Vorhaben. Die vergaberechtliche Prüfung Ihrer Unterlagen führen Sie mit Ihrer Vergabestelle; wir liefern dafür die fachliche Grundlage.

Struktur einer Leistungsbeschreibung

Zwölf Positionen tragen eine Leistungsbeschreibung für Weiterbildung. Gehen Sie sie der Reihe nach durch und notieren Sie zu jeder, welches Ergebnis Sie abnehmen wollen; die Reihenfolge entspricht dem Weg von der Aufgabe bis zur Abrechnung.

  1. Ausgangslage und Zielbild
  2. Zielgruppen und Mengenannahmen
  3. Kompetenz- und Lernziele
  4. Didaktische und mediale Anforderungen
  5. Contentproduktion und Rechte
  6. Technik, Schnittstellen und Daten
  7. Barrierefreiheit
  8. Roll-out, Support und Eskalation
  9. Prüfungen, Nachweise und Reporting
  10. Qualitätssicherung und Aktualisierung
  11. Abnahme und Servicelevel
  12. Preisstruktur und Änderungslogik

Fachbereich und Vergabestelle abstimmen

Führen Sie beide Kriteriengruppen in getrennten Abschnitten der Unterlagen. Unter Eignung stehen Referenzen, Team, Kapazität und Qualitätsmanagement des Bieters; unter Zuschlag steht die angebotene Lösung — Lernarchitektur, Einführung über Standorte, Support, Qualitätssicherung. Wer beides mischt, bewertet den Bieter zweimal und die Lösung einmal.

Beispiel für ein bewertbares Kriterium

So wird ein Kriterium wertbar: „Das Konzept beschreibt Zielgruppen, Lernpfade, Betreuung, Prüfungen, Aktualisierung und den Umgang mit unterschiedlichen Vorkenntnissen. Die Wertung erfolgt nach Nachvollziehbarkeit, Umsetzbarkeit und Passung zum Zielbild.“

Ein Kriterium wie „ein innovatives Lernkonzept“ gibt Ihrem Wertungsgremium keinen Maßstab. Der Unterschied liegt in den Nomen: Benannte Bestandteile prüfen Sie Punkt für Punkt, Eigenschaftswörter bleiben Auslegungssache.

Wir liefern Ihnen zu jedem Baustein die Angaben, aus denen Sie ein wertbares Kriterium bauen: welche Nachweise eine Prüfung erzeugt, welches Testverfahren einen Barrierefreiheitsnachweis trägt, welche Rollen die Betreuung besetzen. Die Formulierung der Unterlagen bleibt bei Ihnen.

Häufige Fragen

Geben Sie Ziele, Mindestanforderungen und Bewertungskriterien vor und lassen Sie den Weg dorthin offen. Dann beschreiben Bieter ihr didaktisches Konzept, und Sie bewerten es an Ihren Kriterien.

Quellen und redaktioneller Prüfstand

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Der Beitrag dient der fachlichen Orientierung. Er ersetzt keine Rechts-, Förder-, Vergabe-, Steuer- oder Hochschulrechtsberatung.

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Weiterführend

Weiterführende Einordnungen

  • Seite

    Öffentliche Organisationen qualifizieren

    Qualifizierung für Verwaltung und öffentliche Unternehmen — vergabefest und nachweisfähig.

  • Beitrag

    Barrierefreie digitale Weiterbildung für Behörden

    Anforderungen an Plattform, Lernmedien, Dokumente, Live-Online-Formate, Prüfungen und Nachweise bei öffentlichen Weiterbildungsprojekten.

  • Beitrag

    Weiterbildung für 1.000 Beschäftigte organisieren

    Roll-out-Modell für große Zielgruppen: Segmentierung, Technik, Support, Lernzeit, Nachweise und Qualitätssicherung.

Nächster Schritt

Ein prüfbares Leistungsbild für Weiterbildung entwickeln

Bringen Sie Ihre Aufgabe und den geplanten Terminrahmen mit. Wir gehen Zielbild, Lernwege, Content, Technik, Betrieb und Nachweise mit Ihnen durch und übergeben Ihnen ein fachliches Leistungsbild, mit dem Ihre Vergabestelle weiterarbeitet.

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